Ukraine – und was dann?

München den 15.02.2012
Bericht: Norbert Zawe

Selbst auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen, möchte ich dennoch ein paar Gedanken zum Thema Fußball-EM 2012 in der Ukraine und der dortigen Strassenhunde loswerden. Auch wenn es viele nicht gerne hören, die sich so sehr dafür engagieren, kommt doch die Hilfe für den grössten Teil der Streuner zu Spät.

Etwa alle 14 Tage lässt die ukrainische Regierung verlautbaren, das sie nun das töten der Straßentiere einstellen wird.

Jedes Mal wenn diese Meldung kommt, ist es tatsächlich auch immer mehr Realität und entspricht der Wahrheit.

Warum ist das wohl so?

Bis wir hier in Deutschland von den Massentötungen erfuhren, waren bereits die meisten getötet worden.
So das es dort nur noch sehr wenige Streuner gibt.
Einige ukrainische Tierschützer, sowie ausländische Tierschutzorganisationen die dort waren, bestätigen dies.

Das bedeuted allerdings nicht, das es dort überhaupt keine Strassentiere mehr gibt.

Für diese Vierbeiner ist nun rasche und wirksame Hilfe angesagt.

Die Traurige Realität ist, dass die wenigen Tiere die in der Obhut von ukrainischen Tierschützern und Tierheimen sind, nun sehr unter der der extremen Kälte zu leiden haben.
Freilebende Tiere haben, wenn sie sich nicht in verlassenen Häusern oder Kellern schützen können, wenig chancen die Kälte zu überleben.

Die Versorgung der Tierheime mit Heizmittel und Nahrung ist aufgrund logistischer Probleme äußerst schwierig, aber nicht unmöglich. Die Tierschützer vor Ort tun ihr möglichstes um ihnen zu helfen.

Eine Beschreibung der Aktuellen Lage in der Ukraine ist im heutigen Newsletter des ETN e.V zu finden:
“Mit Sterilisation und Dialog gegen sinnloses Töten”

Benötigt werden noch dringend Geld-und Sachspenden wie resorbierbare Fäden für Operationen z.b für Sterilisationsmaßnahmen und Feldküchen zur Versorgung der Tiere mit Nahrung.

Spenden könnt ihr unter anderem an:

Europäischer Tier- und Naturschutz e.V.
Commerzbank Konto-Nr.: 214243004
BLZ 37080040
Verwendungszweck:  „Ukraine“
BIC: COBADEFFXXX
IBAN: DE63370800400214243004

Wenn ich nun bedenke, wie viele Menschen bei uns auf die Strasse gehen, um gegen das töten der ukrainischen Streuner zu demonstrieren, ist mir nicht ganz wohl dabei.

Aus Aserbeidschan beispielsweise, hört man das auch dort die Tiere von der Strasse "verschwinden".
Diesmal ist der Eurovision Songcontest 2012 der Grund.

Und ist es wohl ein Zufall, dass die rumänische Regierung ihr umstrittenes Gesetz für die Tötung der Streuner, genau zu dem Zeitpunkt beschlossen hat, als der Fokus der Öffentlichkeit in der Ukraine lag?

Nein, sicherlich nicht!

Und wie sieht es in den anderen Ländern und deren Lösung der Streunerproblematik aus?

Kein Mensch interessiert sich gerade für die Tiere in Spanien (ende der Jagdsaison und damit Tötung der nun nicht mehr zur Jagd benötigten Galgos, usw.),
Rumänien (das weiter tötet, obwohl das Verfassungsgericht das töten der Streuner als verfassungswidrig erklärte), Italien (die Tierheimmafia weiter öffentliche Gelder für das zusammenpferchen und gerade mal so am Leben gehaltene Streuner in "Tierheimen" bekommt),
Bulgarien, Griechenland, Türkei und so viele andere Länder…..

Sicherlich ist es gut und richtig, gegen das Unrecht der Streuner zu demonstrieren, sicherlich bietet die EM 2012 dazu auch eine gute Plattform und sicherlich erreicht man gerade durch diesen Event in der Ukraine viele Menschen bei uns.

Ich appelliere an alle Menschen die sich so lobenswert für die ukrainischen Streuner engagieren, die anderen Problemhunde in verschiedenen Ländern nicht aus den Augen zu verlieren und sich auch nach der unseligen EM2012 weiter für die Streuner einzusetzen.

Es gibt so viel Tierleid auf dieser Welt, sagt es weiter, erklärt den Menschen z.b. das in ihrem bevorzugten Urlaubsland gerade wegen den Touristen die Streuner verschwinden und viele einfach über das grosse Leid hinwegsehen....

Weiterführende Links zum Thema:

ZDF: heute in Europa vom 09.02.2012

Ein Tierheim nahe Kiev

Wieder Straßenhunde In Charkiw erschossen

Ukrainisches Fernsehen: Interview mit Prinzessin Maja von Hohenzollern

Aserbaidschan lässt in Vorbereitung auf den Eurovision Songcontest 2012 Straßenhunde töten!!!

Anklage wegen Massentötung von Hunden

Erfolge im Kampf gegen Hundeleid in der Ukraine

Bello nun auch auf facebook

Bilder von der Mahnwache in München

An alle Beteiligten der versch. Mahnwachen und Demos in ganz Deutschland herzlichen Dank und Respekt !!!